Bungartzsaal

Bungartzssaal

Der Bungartzsaal wurde 1906 durch das Gastwirtehepaar Christian und Maria Bungartz eröffnet.

Im Jahre 1903 nahm der aus Oberdollendorf stammende gelernte Bäcker Christian Bungartz an der Verlosung des Rechts teil, einen Dorfsaal in Vilich-Müldorf zu bauen, und erhielt das Los. 1906 errichtete er den Saal an der heutigen Mühlenbachstraße und betrieb dort mit seiner Frau eine Gastwirtschaft und Bäckerei. Christian Bungartz verstarb im Jahr 1919. Seine Witwe, Maria Bungartz, gab die Bäckerei auf und führte nur die Gastwirtschaft weiter. Die Gastwirtschaft mit dem angeschlossenen Saal entwickelte sich zum gesellschaftlichen Treffpunkt in Vilich-Müldorf. Neben Martinsbällen, Maifesten und sonstigen Veranstaltungen der örtlichen Vereine, wie dem Kriegerverein, dem Jungessellenverein Gemütlichkeit und dem Turnverein, fand hier im Jahr 1928 die erste Kappensitzung des Sängerkreises statt.

Maria Bungartz starb 1945 bei einem Bombenangriff auf Bonn. Die Gastwirtschaft samt Kegelbahn und Vereinssaal wurde durch Christian Bungartz (jun.), geboren am 14.12.1903, weiter betrieben. Christian Bungartz, ein ausgebildeter Opernsänger, lebte bis zu diesem Zeitpunkt in Rostock. In den 1950er Jahren war Christian Bungartz mit seinen romantischen Liedern über den Drachenfels als sogenannter „Barde vom Drachenfels” weit über die Grenzen des Rheinlandes bekannt.

Ferdinand Bungartz, der ältere Bruder, baute nach dem zweiten Weltkrieg das ehemalige Backhaus aus und richtete hier eine bis heute existierende Schreinerei ein. Der Tanzsaal Bungartz wurde in den 1960er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Christian Bungartz verstarb 1973.

Mit der Schließung des Bungartzsaals verloren die ortsansässigen Vereine ihren Vereinssaal und mussten lange mit Provisorien leben, wie z. B. der Reithalle des Reiterhofs Petershagen, bis 1988 die Mühlebachhalle als neuer Vereinssaal zur Verfügung stand.

Der Bungartzsaal wird seit 1977, nach umfangreichen Renovierungsarbeiten, als Geschäftsraum der Firma „Raum und Farbe” genutzt. Erhalten blieben der Original-Schiffsboden aus dem Jahr 1906 und die Deckenbogenkonstruktion, die weiterhin für eine phantastische Akustik sorgt.